Vermögensbildung
Vielfach erfolgt die Vermögensbildung planlos, sporadisch und eher zufällig, abhängig davon wann man von welchen Vertriebsorganisationen eingefangen wurde oder den Lockrufen seiner Hausbank erlegen ist, die alle ihre eigenen Interessen verfolgen. Das Ergebnis solcherweise erfolgter Vermögensbildung fällt dann entsprechend mager aus. Dabei ist die Wichtigkeit einer soliden und gut geplanten Vermögensbildung ganz unumstritten und hat meistens erheblichen Einfluss auf die spätere Lebensqualität.
Wer nicht selbst über Fachkenntnisse im Bereich Geldanlage, Kapitalmärkte und Vermögensbildung verfügt ist auf Rat angewiesen. Die beste Beratungsleistung ist bei selbständigen, unabhängigen Vermögensberatern erhältlich, die auf Grundlage einer Honorarvereinbarung tätig werden.
Für die Planung der Vermögensbildung spielt die persönliche Situation, die jeweiligen Lebensumstände wie z. B. bereits vorhandenes Vermögen, Einkommen, Alter und persönliche Ziele eine wichtige Rolle. Die folgenden Darstellungen sollen Orientierung geben, wie gut geplante Vermögensbildung gestaltet werden kann, wobei zwei unterschiedliche Ausgangsvoraussetzungen zugrunde gelegt werden. Vermögensaufbau meint diejenigen, die am Beginn des Prozesses stehen, noch nicht über Vermögen verfügen und durch Ansparen regelmäßiger Beträge ein Vermögen aufbauen möchten. Vermögensausbau meint diejenigen, die bereits über Vermögen verfügen und das Erreichte sichern und noch ausbauen möchten.
Vermögensaufbau: Für junge Menschen ist das Ansparen, schwerpunktmäßig über Aktienfonds gestaltet, die ideale Möglichkeit ein Vermögen mit der Zeit anzusammeln. Langfristig lassen sich hier Renditen um 10% jährlich erzielen. Sparpläne mit Aktienfonds lassen sich schon mit sehr geringen monatlichen Beiträgen umsetzen. Börsenbedingte Kursschwankungen stellen bei langfristigem Anlage- bzw. Ansparhorizont kein Problem dar, dem Sparer kommt dabei noch der cost average Effekt zugute. Dabei sind Aktienfonds ein sehr flexibles Instrument: Jederzeit kann man Einmalbeträge einzahlen oder sich Geld auszahlen lassen, die Sparrate kann jederzeit verändert werden und auch Auszahlpläne können jederzeit eingerichtet werden.
Unter Hinzunahme eines offenen Immobilienfonds lassen sich Schwankungen in der Wertentwicklung des Portfolios glätten und die Sicherheit erhöhen. Das Verhältnis von Aktienfonds zu Immobilienfonds sollte 70% zu 30% betragen. Der Sicherheitsfaktor lässt sich noch weiter verbessern, wenn man als Fonds für den auf Aktien ausgerichteten Teil des Portfolios einen vermögensverwaltenden Superfonds auswählt der bei guter Entwicklung an den Kapitalmärkten in Aktienwerten investiert ist und in Phasen fallender Börsenkurse sich quasi in einen Geldmarktfonds verwandelt und so lange nur in Geldmarkttiteln investiert bleibt bis es an den Aktienmärkten wieder aufwärts geht.
Auf diese Weise kann mit einer Sparrate von beispielsweise € 150,- monatlich ein Depot wie oben beschrieben aufgebaut werden: € 50,- monatlich in einen großen weltweit investierenden Aktienfonds - € 50,- monatlich in einen Vermögensverwaltenden Superfonds und € 50,- monatlich in einen offenen Immobilienfonds.
Das hier angeführte Chartbild zeigt exemplarisch den Kursverlauf eines Aktienfonds im Vergleich zu einem Immobilienfonds.

Vermögensausbau findet dann statt, wenn bereits ein Vermögen angesammelt ist, beispielsweise in einem Depot aus einer Mischung von Immobilienfonds und Aktienfonds bestehend. Hier ist es sinnvoll dem bestehenden Portfolio Anlagen beizumischen, die wenig mit börsennotierten Anlagen korellieren. Damit wird insgesamt das Anlagerisiko reduziert und der Verlauf der Vermögensentwicklung unabhängiger von börsenbedingten Kursschwankungen gemacht. Wenn sich die Stimmung an den Börsen eintrübt und die Aktienkurse fallen, wird dies zwar die Entwicklung der im Depot befindlichen Aktienfonds negativ beeinflussen, eine Schiffsbeteiligung oder eine Beteiligung an einer Ölförderung wird von derartigen stimmungsbedingten Kursschwankungen an den Märkten eher unbeeinflusst bleiben.
Da mit direkten unternehmerischen Beteiligungen und mit geschlossenen Fonds höhere Renditen als mit offenen Investmentfonds erzielt werden können, erhöht sich auf diese Weise auch die Rendite des Gesamtportfolios. Allerdings sollten geschlossene Fonds und unternehmerische Beteiligungen nur als Beimischung dienen und niemals zum Schwerpunkt des Anlageportfolios werden. Da bei solchen Beteiligungen, im Gegensatz zu offenen Investmentfonds, keine nennenswerte Risikostreuung stattfindet, besteht hier ein nicht zu unterschätzendes Verlustrisiko das bis zum Totalverlust der Einlage reichen kann.